Das Museum im Ausblick

Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum sieht in der Verleihung des Museumspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen eine Anerkennung der bisherigen Arbeit, gleichzeitig auch einen Ansporn für die systematische, zukünftige Entwicklung der Institution.

In den nächsten Jahren sind daher die Konzeption und Realisierung weiterer musealer Bausteine im Ausstellungs- und Erlebnisbereich vorgesehen. Vorrangige Ausbauziele sind neue museumspädagogische Erfahrungsbereiche und Experimentalwerkstätten für Kinder und Jugendliche.

Außerdem werden soziokulturelle Aspekte inhaltlich stärker akzentuiert. So soll die gesellschaftliche Bedeutung der Braunkohle zu unterschiedlich zeithistorischen Epochen dargestellt werden. Welche Rahmenbedingungen – Stichwort Elektrifizierung – führten zum Beispiel in den 1920er Jahren zum Bau des Großkraftwerkes Main-Weser? Welche Rolle spielt der kriegswichtige Rohstoff während der nationalsozialistischen Diktatur? Gibt es Wechselwirkungen zwischen Wohlstand, Konsumverhalten und Energieverbrauch, wie das Wirtschaftwsunder der 1950er und 1960er Jahre nahe legt? Was ist aus den „Träumen“ vom Atomkraftwerksstandort Borken geworden? Wie gestaltet sich der Strukturwandel nach der Bergbauära?

Unter diesen Fragestellungen wird das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum im Themenpark „Kohle & Energie“ in den nächsten Jahren neue Ausstellungsbereiche – sogenannte Kabinette – eröffnen.

Angesichts knapper werdender Rohstoffreserven und steigender Energiepreise ist es wahrscheinlich, dass die inhaltlichen Schwerpunkte des Borkener Bergbaumuseums ihre gegenwärtige Aktualität in Zukunft behalten. Die Globalisierung der Energiewirtschaft und die Erwärmung der Erde zwingen dazu, künftiges energiepolitisches Handeln stärker als in der Vergangenheit zu hinterfragen. Das Museum wird diese Diskussionsprozesse kritisch begleiten.