Geflutete Löcher : Landschaftswandel erfahren


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Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum macht zum einen industrielle Großexponate in ihrer Funktion erlebbar, stellt zum anderen aber auch die landschaftsverändernde Wirkung großtechnischer Rohstoffgewinnung dar. Das heißt, das Spannungsfeld von kultureller Leistung und naturräumlichen Folgen ist Thema des Museums.

  • Was passiert, wenn ein Braunkohletagebau ausgekohlt ist?
  • Wie gehen Natur und Mensch mit dieser tief greifenden Landschaftsveränderung, mit Löchern, künstlichen Aufschüttungen und ehemaligen Industriebauten um?

Das Naturschutz-Informationszentrum „Borkener See“
Am Freilichtmuseum 1, 34582 Borken (Hessen)

Interaktive Medien, lebendige Tiere, Pflanzen und ein über fünf Meter breites „Seegemälde“ zeigen im Naturschutz-Informationszentrum (NIZ), wie aus ehemaligen Tagebauen neue Landschaft entsteht. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die landwirtschaftliche, forstliche und wassertechnische Rekultivierung bergbaulich in Anspruch genommener Flächen. Experimentelle Bereiche und Lerninseln gewähren Einblicke in biologische Veränderungsprozesse und laden Jung und Alt zum Forschen ein. Es lohnt sich, den NIZ-Besuch mit einem Abstecher zum Naturschutzgebiet „Borkener See“ zu kombinieren.

Überblicke, Ausblicke, Einblicke – Der Aussichtsturm

Einen ersten Blick auf die Landschaft kann der Museumsbesucher vom Kohlebunker des Themenparks „Kohle & Energie“, der zu einem Aussichtsturm umgestaltet wurde, werfen. Dem Betrachter erschließen sich im Spannungsfeld des „1:1 Erlebnisses Raumwandel“ und seiner museumspädagogischen Aufbereitung verborgene Sichtweisen seiner Lebensumwelt. Auch der Wandel sozialer Strukturen wird sichtbar. So fällt der Blick auf ein als islamisches Kulturzentrum genutztes Gebäude. Hier treffen sich türkische Mitbürger, die einst als Gastarbeiter Unter- und Übertage bzw. als deren Angehörige nach Deutschland kamen.

Verschüttete Spuren – Der Braunkohle-Rundweg

Wer mag, kann noch mehr Spuren in der Bergbaufolgelandschaft suchen und sich ein eigenes Bild machen. Ein Braunkohle-Rundweg verbindet Orte, an denen einst Bagger gerasselt und Schlote geraucht haben, Löcher geflutet und Kulturräume entstanden sind.

Der Rundweg führt auf einer Gesamtlänge von 32 Kilometern durch zehn Stadtteile und die Kernstadt sowie vorbei an 20 früheren Bergbaubetrieben, dem ehemaligen Braunkohlekraftwerk und den Museumsstandorten. Er bietet vielfältige Möglichkeiten und lädt zum Kennenlernen der Borken umgebenden Landschaft mit ihren zahlreichen Sachzeugen aus der Bergbau- und Kraftwerksära ein.

Wichtiger Hinweis: Leider sind durch Vandalismusschäden einige Streckenabschnitte des Braunkohle-Rundweges zur Zeit nicht mehr korrekt ausgeschildert. Die fehlende Beschilderung wird in Kürze ersetzt. Ortsunkundige werden daher gebeten, eigenes Kartenmaterial mitzuführen.

Die Informationsbroschüre „100 Jahre Braunkohle Borken – Der Borkener Braunkohle-Rundweg“ enthält Wissenswertes zu den einzelnen Stationen des Rundweges und zur Bergbaugeschichte.

Eine biologische Zeitreise – Der Borkener See

Früher größter Tagebaubetrieb des Braunkohlereviers, vermittelt das Naturschutzgebiet „Borkener See“ Ausflüglern und Erholungssuchenden ein auf den ersten Blick idyllisches Landschaftsbild. Der über 140 Hektar große See bietet in seinen Uferzonen Lebensraum für seltene, schutzwürdige Tier- und Pflanzenarten und dient Zugvögeln auf ihren ausgedehnten Reisen als willkommene Raststätte. Die Wasserqualität gleicht mit ihrem oligotrophen – nährstoffarmen – Charakter Seen aus der Zeit vor der Industrialisierung.

Am östlichen Seeufer finden sich durch den Bergbau hervorgerufene Bodenabsenkungen und Verwerfungen, eine in Bewegung befindliche, sogenannte „Dramatische Landschaft„, die einen idealen Lebensraum für Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt darstellt.


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Öffnungszeiten

Sommersaison (1. Sonntag vor Ostern bis zum letzten Freitag im Oktober):
Dienstag - Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr

Wintersaison (letzter Samstag im Oktober bis 1. Sonntag vor Ostern)
Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr (nur Besucherstollen / Bergbaugeschichte)

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