Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger – Stolpersteinverlegung

Donnerstag, 28. Mai 2020, Beginn 9.00 Uhr, Marktstraße 15, in der Borkener Kernstadt

Am Ende des 19. Jahrhunderts lebten ca. 200 jüdische Einwohner in Borken. Viele besaßen Geschäfte und Läden in der Altstadt. Sie prägten den Alltag in der aufstrebenden Bergbaustadt. Zur Zeit der NS-Diktatur flüchteten zahlreiche Borkener Juden ins Ausland. Wer blieb, wurde deportiert. Etwa 40 jüdische Bürger wurden im Zuge des Holocaust ermordet. Sie starben in Auschwitz, Sobibor, Riga, Kowno und in Theresienstadt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte kein einziger Jude mehr in Borken.

Die Stolpersteinverlegung schafft Erinnerungsorte für die Opfer der national-sozialistischen Vernichtungspolitik. Zum Beispiel für Adele Rosenmund, die einst in der Bahnhofstraße in Borken lebte und in Minsk ermordet wurde. Ihr gewaltsamer Tod offenbart den ganzen Wahnsinn des NS-Regimes, wirft er doch die Frage auf: Wer ermordet eine alleinstehende 63-jährige Frau? Und: Warum? Es gibt in der weißrussischen Hauptstadt keinen Grabstein für Adele Rosenmund. Der Stolperstein will an ihr Schicksal erinnern.

Der Künstler Gunter Demnig wird 12 Stolpersteine an vier Orten verlegen, die sich in der Makrt- und in der Bahnhofstraße nahe beieinander befinden. . Für die musikalische Umrahmung sorgt der jüdische Künstler Dany Bober. Die Veranstaltung ist öffentlich und wird ca. bis 10.30 Uhr dauern.