CJD-Oberurff zu Gast in Borken

Im Geschichtsunterricht wurde die nationalsozialistische Zeit durchgenommen

Am Donnerstag, 30. April 2026, war die Klasse 10G aus Oberurff mit ihrer Lehrerin Frau Kastrati zu Gast in Borken.

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Geschichtsunterricht die nationalsozialistische Zeit in Deutschland 1933 - 1945 durchgenommen und waren dabei auch auf die schwere Zeit der Jüdischen Bevölkerung gestoßen, die ausgegrenzt, misshandelt und betrogen wurde. Das führte dazu, dass sich viele Familien schweren Herzens entschlossen die Heimat zu verlassen und aus Deutschland zu fliehen. Anderen Familien gelang die Flucht nicht und sie wurden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet.

Dieses Thema führte die Lehrerin Frau Kastrati zu einem Kontakt nach Borken, von wo sie von der Aufarbeitung der Jüdischen Geschichte gehört hatte. Jörg Domes, der in den letzten Jahren ehrenamtlich einiges zu den Jüdischen Familien Borkens zusammengetragen hatte, war schnell bereit, mit der Klasse 10G einen Workshop auszuarbeiten. Die Jugendlichen kamen dafür nach Borken (Hessen) und wurden im Historischen Rathaus am Marktplatz durch Bürgermeister Marcèl Pritsch sowie von Mirko Ignatz, dem neuen Leiter des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums in Borken (Hessen), begrüßt.

Anschließend führte Jörg Domes durch das Programm, was mehrere Komponenten umfasste:

  • allgemeine Geschichte Borken (Hessen)
  • Blick auf die Jüdische Geschichte am Ort
  • Gang durch Borken mit Erklärungen inkl. Innehalten und Gedenken an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Hintergasse sowie am Jüdischen Friedhof in der Jahnstraße
  • Putzaktion der 71 Stolpersteine, die mittlerweile in Borken verlegt sind
  • Live-Interview online mit der Enkelin von Manfred Appel, die heute in Israel lebt. Manfred Appel konnte 1936 als junger Mann aus dem heutigen Gellenweg 3 in Borken in die USA fliehen. Seine Mutter Emma sowie seine Schwester Edith wurden deportiert und überlebten den Holocaust nicht.
  • gemeinsame Reflektion der Thematiken dieses Workshops

 
Als gelungene Überraschung überreichten die Klassensprecher der Klasse 10G Jörg Domes einen Umschlag mit netten Dankesworten und einem Spendenbetrag über 53,50 €, der von den Schülerinnen und Schülern selbst eingesammelt wurde. Diese Spende wird für die weitere Aufarbeitung der Jüdischen Geschichte Borkens, die zu einer weiteren Publikation in den kommenden Jahren führen soll, verwendet werden.

Der Geschichtsverein Borken (Hessen) e.V. stellte dankenswerterweise Finanzmittel zur Bewirtung der Gruppe mit belegten Brötchen und Getränken zur Verfügung.

Gruppenfoto der Klasse 10G der Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff vor dem Historischen Rathaus am Marktplatz in Borken (Hessen) gemeinsam mit Lehrerin Frau Kastrati (Bildmitte) sowie Museumsleiter Mirko Ignatz (hinten links).