Rasselnde Bagger : Übertage abtragen

Themenpark Kohle & Energie
Am Freilichtmuseum 1, 34582 Borken (Hessen)

Rasselnde Schaufelrad- und Eimerkettenbagger, rotierende Bohrgeräte, ein Ensemble historischer Bergbaulokomotiven und ein zu einem Aussichtsturm umgestalteter Kohlebunker veranschaulichen die raumgreifenden Prozesse übertägiger Kohlegewinnung.

Auf dem über 3,5 Hektar großen Gelände des Themenparks gewähren inhaltlich gegliederte Ausstellungsbereiche einen Überblick über wesentliche bergbauliche Arbeitsprozesse sowie kulturelle, ökologische und technologische Komplexe der Braunkohlegewinnung – Bergbau im Spannungsfeld industriekultureller Leistung, naturräumlicher Veränderung und gesellschaftlichen Wandels.

Das Ausstellungsspektrum reicht von der Lagerstättenerkundung über die Abraumförderung und die Kohlegewinnung bis hin zur Transportlogistik und umfasst zusätzlich die Bereiche Wasserhaltung, Arbeitssicherheit und Instandsetzung. Eine Bergbaugalerie wirft Fragen zur sozialen Energie des Wirtschaftszweiges auf und geht auf Technologiefolgen ein.

Der Besucherrundweg durch den Themenpark ist anderthalb Kilometer lang. Das Gelände kann auch mittels einer Besucherbahn befahren werden.

Die jeweiliegen Themenfelder bestehen aus unterschiedlichen Strukturelementen:

  • Ein Groß- bzw. Leitexponat ist das charakteristische Merkmal jedes Themenbereichs. So vermittelt z.B. der 14 Meter hohe und ca. 250 Tonnen schwere Schaufelradbagger den Prozess übertägiger Kohlegewinnung. Zahlreiche Leitexponate werden den Besuchern im Demonstrationsbetrieb vorgeführt.
  • Landschaftsbauliche Inszenierungen machen die Funktionalität der Großgeräte erfahrbar. Ein Abraumhügel lässt beispielsweise auf den ersten Blick erkennen, welche enormen Massenbewegungen zur Gewinnung der Kohle bewältigt werden mussten. Zum Vergleich dazu nimmt sich das Fördervolumen der bewusst in unmittelbarer Nähe platzierten Lore (früher zur manuellen Abraumförderung eingesetzt) bescheiden aus.
  • Museale Informationssysteme vermitteln in Form von Text- und Bildtafeln, beweglichen Illustrationen, Großfotografien, Ausstellungsvitrinen, Audioillustrationen und historischen Filmaufnahmen Wissenswertes zum Bergbau Übertage.

Fühlen, was Kohle ist – Erlebnisorientiertes Lernen für Kinder

In die Ausstellungsbereiche sind „Spielerische Erfahrungsfelder“ für sieben- bis zwöfjährige Museumsbesucher integriert, in denen Erlebnischarakter, Experimentierfreude und Neugier im Vordergrund stehen. Sie ermöglichen ein spielerisches Lernen. Die Kinder erfühlen, was Kohle ist, können Grubenwasser pumpen, Geräusche aus der Tiefe hören, baggern, Lokomotivführer spielen und in Form eines Ratespiels knifflige Fragen lösen.

Das Zusammenwirken von Großexponaten, landschaftsbaulichen Inszenierungen, musealen Informationssystemen und den spielerischen Erfahrungsbereichen ermöglichen ein Begreifen von Sinneszusammenhängen für Eltern und Kinder.

Offenes Klassenzimmer

Ein „Offenes Klassenzimmer“ bietet Pädagogen und Schülern die Möglichkeit des Unterrichts unter freiem Himmel. Hier lässt sich der Museumsbesuch nachbereiten und vertiefen.

Stählerner Zeitzeuge

Der Schaufelrradbagger, der für die Besucher in Betrieb gesetzt werden kann, beeindruckt aufgrund seiner Dimensionen. Bei zahlreichen Sonderveranstaltungen wird er unterschiedlich bespielt: Zu Ostern ist er die größte „Eierabwurfmaschine“ Hessens. Bei Abendveranstaltungen wird er kunstvoll zu einer Lichtskulptur illuminiert. Bisweilen dient er auch als Bühne für Theaterstücke.

Der Schaufelradbagger findet sich daher als Leitexponat des Museums im Logo des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums wieder

Bitte Hunde nicht mitführen
Der Themenpark Kohle & Energie ist ein Freilichtmuseum und eine Bildungseinrichtung mit museumspädagogischen Bausteinen für Kinder. Wir bitten Sie daher, Hunde nicht mit auf das Themenparkgelände zu nehmen. .

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Öffnungszeiten

Sommersaison (1. Sonntag vor Ostern bis zum letzten Freitag im Oktober):
Dienstag - Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr

Wintersaison (letzter Samstag im Oktober bis 1. Sonntag vor Ostern)
Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr (nur Besucherstollen / Bergbaugeschichte)

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Bitte melden Sie Ihre Gruppenführung erst ab einer Gruppengröße von mind. 15 Personen an.

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Dunkle Schätze : Untertage einfahren

Ausflug Untertage – das Besucherbergwerk
Am Amtsgericht 2-4, 34582 Borken (Hessen)

Ein Stollenmundloch führt in den untertägigen Ausstellungsbereich des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums. Der Besucherstollen stellt thematisch gegliedert den Arbeitsalltag der Bergleute vor.

An den einzelnen Stationen Untertage erfahren die Besucher, wie anhand von Erkundungsbohrungen die genaue Lage des Rohstoffvorkommens ermittelt, die Kohle mittels Hacke, Schaufel und Kettenbahn oder durch Sprengarbeit gewonnen wurde und welche mechanischen Gewinnungsgeräte zum Einsatz kamen.

Der Ausflug Untertage führt mitten in die Arbeitswelt der Bergleute hinein. Die Ausstellungsstücke werden den Besuchern „in Arbeit“ vorgeführt. Knatterndes, mit Pressluft betriebenes Bohrgerät, rotierende Walzen von Schrämladern, Kohle raubende Streckenvortriebsmaschinen, Erdmassen abstützende Schildausbaue, ratternde Förderbänder mit Kumpelfängern – all das lässt sich vor Ort erleben.

Die Steigerstube für das „Buttern Untertage“ (die Frühstückspause) und der Grubenwehrraum waren ebenfalls Bestandteile dieser für Viele unbekannten Arbeitswelt, die, geprägt von Dunkelheit, Enge, Lärm, Schmutz, Staub und künstlicher Lichtzufuhr schon seit jeher als hart, mühsam und gefahrvoll empfunden wurde.

Im Betriebsablauf einer Braunkohlenzeche kam der Transportlogistik hohe Bedeutung zu. Der Besucherstollen präsentiert mit einer Kettenbahn, Förderbändern und der Einschienenhängebahn auch typische Transportmittel unterschiedlicher Epochen und erläutert die unterirdische Welt eines Braunkohletiefbaues im Sinne einer technikhistorischen Entwicklungsgeschichte.

Erlebnisstollen für Kinder

Sieben- bis zwölfjährige Kinder können die bergmännischen Arbeitsbedingungen in einem besonders gestalteten, museumspädagogischen Bereich (dem Kindererlebnisstollen) auf spielerische Art erfahren. Bei dieser Reise Untertage, die im Anschluss an eine Führung durch das Besucherbergwerk stattfindet, steht eine Erweiterung der Wahrnehmungsmöglichkeiten der kleinen Besucher im Vordergrund. Das Empfinden von völliger Dunkelheit, Zugluft, Lärm, Hitze und „Orientierungslosigkeit Untertage“ steht dabei im Zentrum der Vermittlung.

Sicherheit Untertage: Der Kumpelfänger

Unterirdische  Strecken und Stollen erstrecken sich oft kilometerlang. Um lange Anfahrtswege zu ersparen, nutzen Bergleute Kohleförderbänder zum Transport. Wenn die Kumpel- nach der Schicht müde und abgespannt- beim Ausfahren einnicken, droht die Gefahr, am Ende des Förderbandes abgeworfen zu werden. Um dies zu verhindern, werden über dem Förderband Gummischürzen aufgehängt. Die Bergleute stoßen gegen diese Gummischürzen, werden geweckt und können rechtzeitig vom Förderband abspringen. Diese Gummischürzen heißen Kumpelfänger.

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Öffnungszeiten

Sommersaison (1. Sonntag vor Ostern bis zum letzten Freitag im Oktober):
Dienstag - Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr

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Sonntag von 14 Uhr - 17 Uhr (nur Besucherstollen / Bergbaugeschichte)

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Stillstehende Räder : Identität erhalten

400 Jahre hessische Braunkohlegeschichte
Am Amtsgericht 2-4, 34582 Borken (Hessen)

Die Dauerausstellung „Bergbaugeschichte“ informiert über die historische Entwicklung der hessischen Braunkohlegewinnung, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht. Eine Übersichtskarte zeigt die ehemaligen Zechenstandorte. In der Region um den Meißner, die als eines der ältesten Braunkohlereviere der Bundesrepublik Deutschland gilt, förderten Bergleute die Ressource bereits im Jahr 1578. Auch in der Umgebung Kassels, in den ländlichen Regionen Nordhessens und in der Nähe Frankfurts wurde in nennenswertem Umfang Braunkohle abgebaut.

Die Ausstellung stellt die Frage nach der Bedeutung der Braunkohle als Faktor der Industrialisierung, geht auf die soziale Situation der Bergleute ein und präsentiert bergmännische Gegenstände, Fotografien und Urkunden. Ein historischer Förderwagen (in der Bergmannssprache als Hunt bezeichnet), zahlreiche Grubenlampen (Geleucht), marktscheiderische Vermessungsgeräte und typische Bergmannstrachten vermitteln den Besuchern einen Eindruck bergmännischer Tradition.

Ein Werkstattbereich, Spinde, Kleiderhaken und eine Waschkaue gewähren Einblicke in das alltägliche Arbeitsleben. Tagebau- und Kraftwerksmodelle zeigen die Orte der Arbeit. Eine Küchenzeile mit einem Kohleherd lenkt den Blick auf das „Zuhause“ einer Industriearbeiterfamilie.

Die Ausstellung „Bergbaugeschichte“ befindet sich in dem ältesten, restaurierten Fachwerkgebäude der Stadt Borken „Am Amtsgericht“, das unter Denkmalschutz steht. Die Wahl dieses besonderen Ausstellungsortes unterstreicht den Stellenwert der Bergleute im Wirtschaftsgefüge der Region.

In unmittelbarer Nähe des Fachwerkgebäudes in der Borkener Altstadt weisen Streckenvortriebsmaschinen und ein Förderschachtgerüst auf den musealen Charakter des Gebäudeensembles hin. Das Schachtgerüst stammt vom ehemaligen Tiefbaubetrieb Stolzenbach, der sich in etwa zehn Kilometer Entfernung von der Kernstadt befand. Mit der Umsetzungsaktion verband sich aus Sicht der regionalen Bevölkerung eine besondere Intention, schuf sie doch einen innerstädtischen Erinnerungsort an das Grubenunglück des Jahres 1988 und eine ideelle Verbindung zu der am Unglücksort geschaffenen „Gedenkstätte Stolzenbach“.

Gedenkstätte

Am 01. Juni 1988 ereignete sich auf der Grube Stolzenbach eine untertätige Kohlenstaubexpolsion, bei der 51 Bergleute ums Leben kamen. Acht Bergleute wurden verletzt. Sechs Bergleute konnten gerettet werden. Die Grube, einer der letzten bundesdeutschen Braunkohletiefbaue, musste aufgrund der Zerstörung ihren Betrieb einstellen. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände wurde eine Gedenkstätte errichtet, die an all diejenigen erinnert, die bei der Arbeit im Borkener Braunkohlerevier tödlich verunglückten. Die Gedenkstätte wurde im Jahr 1991, das Museumsgebäude in der Borkener Altstadt im Jahr 1992 eingeweiht. Die Gedenkstätte Stolzenbach ist ständig öffentlich zugänglich.

Künstlerische Interpretation

Am Museumsgebäude in der Kernstadt hat noch eine zweite museale Einrichtung mit hoher Symbolkraft ihren Ausgangspunkt: die Borkener Museumsstraße. Sieben Skulpturen und drei technische Denkmale aus dem Kraftwerk und dem Bergbau sind künstlerischer Ausdruck des historischen Umbruchprozesses in der Region. Die Kunstobjekte, geformt aus ehemaligen Werkzeugen und Maschinenteilen, interpretieren traditionelle Berufsbilder wie Kraftwerksmaschinist, Steiger oder Markscheider und symbolisieren Vergänglichkeit und Neubeginn.

Die Borkener Museumsstraße verbindet auf einer Länge von anderthalb Kilometern die vier wichtigsten Ausstellungsbereiche des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums: Das Besucherbergwerk und die Dauerausstellung „Bergbaugeschichte“ mit dem Themenpark „Kohle & Energie“ und dem Naturschutz-Informationszentrum „Borkener See“

Die Ausstellung „Bergbaugeschichte“, die Gedenkstätte Stolzenbach und die Museumsstraße sind das Spiegelbild der Indentitätsbrüche in der ehemaligen Bergbauregion.

Braunkohle – eine Definition

Braunkohle ist ein fossiler Rohstoff und ein nichterneuerbarer Energieträger. Sie entstand vor mehreren Millionen Jahren durch einen Umwandlungsprozess pflanzlicher Überreste aus urzeitlichen Urwäldern. Farne, Gräser, Büsche und Bäume, die erst mit Hilfe der Sonnenenergie wachsen konnten, bildeten beim Absterben weiträumige Moore, die sich langsam absenkten. Im Verlauf des Inkohlungsprozesses wandelt sich die Biomasse erst in Torf, dann in Braunkohle und später in Steinkohle um.

Braunkohle besteht zur Hälfte aus Wasser und Sauerstoff, zu einem Drittel aus Kohlenstoff sowie aus mineralischen, nicht brennbaren Materialien. Weitere Bestandteile können Schwefel, Stickstoff und Teer sein. Braunkohle wird vorrangig zur Erzeugung elektrischer Energie, aber auch zur Brikett- und Kohlestaubproduktion genutzt.

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Rauchende Schlote : Energie freisetzen

Das Kraftwerksgebäude des Themenparks Kohle & Energie

Eine hämmernde Kohlemühle, ein feurig-rauchender Kraftwerkskessel, eine dröhnende, mit einem Generator verbundene Turbine – die Kraftwerkshalle des Themenparks Kohle & Energie zeigt die wesentlichen Produktionsabschnitte der Stromerzeugung in einem Kohlekraftwerk und verdeutlicht, welch hoher Aufwand nötig ist, damit elektrische Energie aus der heimischen Steckdose fließt.

Die Ausstellungsstücke werden den Besuchern „in Arbeit“ vorgeführt. Dabei stehen vor allem die Prozesse der Energieumwandlung im Mittelpunkt. Die Kraftwerkshalle präsentiert anhand originaler Exponate wie mittels Braunkohle aus Wasser Dampf erzeugt wird, wie aus Dampf Bewegungsenergie entsteht und wie Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.

Braunkohle zählt zu den wichtigsten Primärenergieträgern in der Bundesrepublik Deutschland und besteht aus über mehrere Millionen Jahre lang in Biomasse gespeicherter Sonnenergie. Braunkohlekraftwerke verbrauchen diese Energie unwiederbringlich, um elektrische Energie zu erzeugen. Fossile Rohstoffe, wie auch der erzeugte Strom, sind nicht erneuerbar. Thermische Kraftwerke auf Braunkohlebasis sind somit letztlich als Energieverbraucher und nicht als Energieerzeuger anzusehen. Das bedeutenste hessische Braunkohlevorkommen mit ursprünglich über 60 Millionen Tonnen Kohle reichte gerade einmal für 70 Jahre Energieerzeugung aus.

Rauchende Schornsteine gelten als Sinnbild für die Industrialisierung. Auch die Schlote des Kraftwerks Borken symbolisierten während ihres Betriebs diese zeitgeschichtliche Epoche. Der Bau des Großkraftwerks Main-Weser gründete sich in dem Energiehunger und dem Stromboom der 1920er Jahre. Mehrfach erweitert und zu einem Knotenpunkt in dem Stromverbundnetz ausgebaut, versorgte das Borkener Kraftwerk zum Zeitpunkt seiner höchsten Ausbaustufe etwa 600.000 Menschen mit elektrischer Energie.

Das Produkt Strom hatte im 20. Jahrhundert immer mehr Abnehmer gefunden: In den 1920er Jahren ersetzten Glühlampen Petroleumlampen, Elektromotoren Dampfmaschinen; in der Nachkriegszeit nutzten mehr und mehr Haushalte elektrische Geräte – Radios, Fernseher, Kühlschränke, Toaster und Staubsauger. Auch Industriebetriebe benötigen mehr elektrische Energie.

In den 1970er Jahren veränderten sich die Rahmenbedingungen: Neue, größere, modernere Kraftwerksstandorte liefen Borken den Rang ab und produzierten Strom günstiger. Aufgrund mangelhafter Umweltstandarts und der Erschöpfung preisgünstig abzubauender Lagerstätten musste das Kraftwerk Borken im Jahr 1991 vom Netz gehen.

Selber Energie erzeugen – Spielerische Erfahrung für Kinder

Eine Glühlampe verbraucht 60 Watt elektrischen Strom in einer Stunde. Aber wie viel sind 60 Watt und welche Arbeit ist zu ihrer Erzeugung nötig. In der „Spielerischen Erfahrung Energie“ können Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren z.B. mit Hilfe eines Tretkurbelantriebs Energie erzeugen und ihre individuell erbrachte Leistung auf einer Skala ablesen. Jenseits der Nutzung fossiler Energieträger werden den Kindern andere Möglichkeiten zur Gewinnung elektrischen Stroms aufgezeigt: Mittels einer Solaranlage fangen Kinder Sonnenstrahlen ein und wandeln sie in Bewegungsenergie um.

Staub aufwirbeln, Dampf machen – der Zyklon

Der Zyklon ist ein Kraftwerkskessel, in dem im Kraftwerk Borken Kohlestaub in einem kreisförmigen Wirbel verfeuert wurde. Die Hitze im Zykloninneren erreichte Termperaturen von über 1.400 Grad Celsius. Die Brennkammer war von Rohrleitungen ummantelt. Das Wasser, das durch diese Rohrleitungen floss, verdampfte binnen kürzester Zeit. Anschließend wurde der heiße Dampf unter hohem Druck auf Turbinen geleitet.

Bei der Vorführung des Zyklons wird noch immer jede Menge Staub aufgewirbelt und Dampf gemacht. Das Ausstellungsstück produziert jedoch keinen eigenen Dampf mehr. Die heutige Aufgabe besteht darin, Erkenntnisprozesse zur energetischen Nutzung der Braunkohle zu befördern.


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Beleuchtete Geschichte : Kulturräume entwickeln

Kulturelle Rekultivierung

Big-Band-Konzerte mit nächtlich illuminierten Großexponaten, Knappenchöre und Kapellen in schwarzen Bergmannstrachten, als Kraftwerker oder Bergarbeiter eingekleidete Kinder, die die Ausstellungsstücke des Museums in Betrieb nehmen dürfen, skizzieren das Spektrum der Sonderveranstaltungen und Aktionstage des Hessischen Braunkohle-Bergbaumuseums. Zudem gibt es die Möglichkeit, im Rahmen von Natur- und Techniktagen unter dem Titel „Terra incognita“ Exkursionen in das unbekannte Land des Bergbaues und seiner Folgelandschaft vorzunehmen.

Jenseits von Wechselausstellungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten erläutert ein Sonderbereich des Museums im Rahmen einer Mineralogischen Sammlung erdgeschichtliche und geologische Zusammenhänge. Dieser befindet sich derzeit im Neuaufbau. Er kann auf Anfrage besichtigt werden.

Innerhalb der letzten Jahre hat sich das Museum als Spielstätte regionaler und überregionaler kultureller Aktivitäten etabliert. Dabei geht es nicht um die Reduzierung des Musealen auf den Charakter einer beliebigen Bühnenarchitektur, sondern um die Synthese von erlebnisorientierter Präsentation des authentischen Ortes und kultureller Bereicherung einer brachgefallenen industriellen Region auf dem Lande. Im Zentrum steht also der Versuch einer kulturellen Kultivierung.

Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum treibt die überregionale Vernetzung mit anderen Standorten der Industriekultur voran, entwickelt Projektpartnerschaften mit anderen Kulturträgern und versucht mittelfristig, den Themenkomplex Industriekultur und Landschaftswandel als touristisches Qualitätsmerkmal zu entwickeln.

Netzwerk Industriekultur Nordhessen

Seit Ende 2003 befindet sich das „Netzwerk Industriekultur Nordhessen (nino)“ im Aufbau, welches die Entwicklung, Vernetzung und Vermarktung vergangener und gegenwärtiger Industriekultur zum Ziel hat. Die Einzelstandorte kooperieren dabei im Rahmen von Veranstaltungen, im Erscheinungsbild und im Bereich von Fortbildungsveranstaltungen. „ninos“ Themenebenen sind dabei sowohl stoffliche Bereiche wie etwa Bodenschätze oder Energieströme als auch lebensweltlich-kulturelle Phänomene wie Unternehmenskultur und industriell geprägte Landschaften. Themenrouten sollen die unterschiedlichen Standorte besucherfreundlich vernetzen. Dem potentiellen Besucher können sich auf diese Weise Ursachen und Folgen moderner Lebensgestaltung dekodieren. Eines der nino-Torprojekte zur Erschließung der Industrieregion Nordhessen ist das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum.

Industriekultur im Licht der Nacht

Mehrmals im Jahr veranstaltet das Bergbaumuseum nächtliche Führungen. Dabei besteht für Besucher die Möglichkeit, die Exponate mittels künstlicher Überformung durch Lichteffekte in einem anderen, vornehmlich ästhetischen Sinnzusammenhang wahrzunehmen. Diese Art der Inszenierung von Industriekultur wird begleitet von Sonderveranstaltungen für Kinder beziehungsweise themengebundener temporärer Bespielung durch Theater- und Musikgruppen.

Auf einer eigens im Museumsgelände vorhandenen Bühnen- und Multifunktionsfläche finden zudem mit unterschiedlichen Kooperationspartnern Kulturveranstaltungen und ein Markt der Möglichkeiten statt.


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Geflutete Löcher : Landschaftswandel erfahren

Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum macht zum einen industrielle Großexponate in ihrer Funktion erlebbar, stellt zum anderen aber auch die landschaftsverändernde Wirkung großtechnischer Rohstoffgewinnung dar. Das heißt, das Spannungsfeld von kultureller Leistung und naturräumlichen Folgen ist Thema des Museums.

  • Was passiert, wenn ein Braunkohletagebau ausgekohlt ist?
  • Wie gehen Natur und Mensch mit dieser tief greifenden Landschaftsveränderung, mit Löchern, künstlichen Aufschüttungen und ehemaligen Industriebauten um?

Das Naturschutz-Informationszentrum „Borkener See“
Am Freilichtmuseum 1, 34582 Borken (Hessen)

Interaktive Medien, lebendige Tiere, Pflanzen und ein über fünf Meter breites „Seegemälde“ zeigen im Naturschutz-Informationszentrum (NIZ), wie aus ehemaligen Tagebauen neue Landschaft entsteht. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die landwirtschaftliche, forstliche und wassertechnische Rekultivierung bergbaulich in Anspruch genommener Flächen. Experimentelle Bereiche und Lerninseln gewähren Einblicke in biologische Veränderungsprozesse und laden Jung und Alt zum Forschen ein. Es lohnt sich, den NIZ-Besuch mit einem Abstecher zum Naturschutzgebiet „Borkener See“ zu kombinieren.

Überblicke, Ausblicke, Einblicke – Der Aussichtsturm

Einen ersten Blick auf die Landschaft kann der Museumsbesucher vom Kohlebunker des Themenparks „Kohle & Energie“, der zu einem Aussichtsturm umgestaltet wurde, werfen. Dem Betrachter erschließen sich im Spannungsfeld des „1:1 Erlebnisses Raumwandel“ und seiner museumspädagogischen Aufbereitung verborgene Sichtweisen seiner Lebensumwelt. Auch der Wandel sozialer Strukturen wird sichtbar. So fällt der Blick auf ein als islamisches Kulturzentrum genutztes Gebäude. Hier treffen sich türkische Mitbürger, die einst als Gastarbeiter Unter- und Übertage bzw. als deren Angehörige nach Deutschland kamen.

Verschüttete Spuren – Der Braunkohle-Rundweg

Wer mag, kann noch mehr Spuren in der Bergbaufolgelandschaft suchen und sich ein eigenes Bild machen. Ein Braunkohle-Rundweg verbindet Orte, an denen einst Bagger gerasselt und Schlote geraucht haben, Löcher geflutet und Kulturräume entstanden sind.

Der Rundweg führt auf einer Gesamtlänge von 32 Kilometern durch zehn Stadtteile und die Kernstadt sowie vorbei an 20 früheren Bergbaubetrieben, dem ehemaligen Braunkohlekraftwerk und den Museumsstandorten. Er bietet vielfältige Möglichkeiten und lädt zum Kennenlernen der Borken umgebenden Landschaft mit ihren zahlreichen Sachzeugen aus der Bergbau- und Kraftwerksära ein.

Wichtiger Hinweis: Leider sind durch Vandalismusschäden einige Streckenabschnitte des Braunkohle-Rundweges zur Zeit nicht mehr korrekt ausgeschildert. Die fehlende Beschilderung wird in Kürze ersetzt. Ortsunkundige werden daher gebeten, eigenes Kartenmaterial mitzuführen.

Die Informationsbroschüre „100 Jahre Braunkohle Borken – Der Borkener Braunkohle-Rundweg“ enthält Wissenswertes zu den einzelnen Stationen des Rundweges und zur Bergbaugeschichte.

Eine biologische Zeitreise – Der Borkener See

Früher größter Tagebaubetrieb des Braunkohlereviers, vermittelt das Naturschutzgebiet „Borkener See“ Ausflüglern und Erholungssuchenden ein auf den ersten Blick idyllisches Landschaftsbild. Der über 140 Hektar große See bietet in seinen Uferzonen Lebensraum für seltene, schutzwürdige Tier- und Pflanzenarten und dient Zugvögeln auf ihren ausgedehnten Reisen als willkommene Raststätte. Die Wasserqualität gleicht mit ihrem oligotrophen – nährstoffarmen – Charakter Seen aus der Zeit vor der Industrialisierung.

Am östlichen Seeufer finden sich durch den Bergbau hervorgerufene Bodenabsenkungen und Verwerfungen, eine in Bewegung befindliche, sogenannte „Dramatische Landschaft„, die einen idealen Lebensraum für Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt darstellt.


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