Kumpelfänger

Kumpelfänger

Inventarnummer: FU3852

Der Kumpelfänger ist Teil einer Förderbandanlage und befindet sich im Besucherstollen des Museums.

Das Förderband diente im Bergwerk nicht nur dem Transport von Kohle und anderen Materialien, sondern brachte auch die Bergarbeiter zu ihrem Einsatzort und wieder zurück. Mit dieser Transportmöglichkeit war nicht nur ein verlässlicher Ablauf im Schichtbetrieb verbunden, sondern auch eine körperliche Entlastung der Bergleute und eine immense Zeitersparnis, was eine deutliche Steigerung der Produktivität im Kohleabbau bedeutete. Gleichzeitig nahm aber auch die Unfallgefahr zu, was nicht nur der relativ hohen Bandgeschwindigkeit von 1,5 m pro Sekunde geschuldet war, sondern auch der Tatsache, dass bei einer langen, eintönigen Strecke die Bergleute oft einnickten. Da die Bandfahrung der Genehmigung der Bergbehörde bedurfte, war eine Sicherung von Nöten.

Diese Aufgabe kam dem Kumpelfänger zu, bei dem es sich um eine Sicherheitsvorrichtung an Förderanlagen handelt, die sich ca. 1 m vor dem Ende des Bandes oder im Übergang zu einem anderen Förderband befindet und aus einem 700 mm x 800 mm breiten Förderbandgurt besteht, der von einem beweglichen Metallrahmen gefasst ist. Sollte ein Bergmann eingenickt sein oder Schwierigkeiten beim Abstieg vom Förderband haben, berührte er zwangsläufig den Kumpelfänger, der über eine Reißleine mit einer Schaltanlage verbunden war und das Förderband sofort zum Stillstand brachte und ihn somit vor dem Absturz bewahrte.

Die Bezeichnung Kumpelfänger ist kein offizieller Bestandteil der Bergmannssprache, vielmehr ist sie aus der Funktion, die sie für die Bergleute im täglichen Betrieb hat, entstanden.

Der Kumpelfänger erfreut sich besonders bei jungen Museumsbesuchern großer Beliebtheit, da die gesamte Förderbandanlage noch funktionsfähig ist und das Prinzip damit sinnlich erfahrbar macht.

Das Objekt befindet sich im Besucherstollen.